Schottland

Die Welt verändern, eine Seite nach der anderen…

last day

Ein allerletztes Hallo von uns (jetzt wieder auf dem Festland) an euch die auch hier auf dem Festland weilen,

nun ist es passiert, wir sind wieder in Deutschland und unser Urlaub ist vorbei. Für heute gibt es fast nichts zu berichten, ausser das wir die gesamte Heimfahrt bei bestem Wetter absolvieren durften. Wir hatten sagenhafte 25 Grad im Spitzenwert und selbst unser „frozen Goblin“ hat NICHT gefroren, wie immer auch er das geschafft hat.
Was bleibt sonst noch zu berichten? Eigentlich nichts, ausser das die Überfahrt bei absolut ruhiger See erfolgte, zumindest behaupten das Felix und Brandy. Daniel und ich sind uns sicher, dass es um 23 Uhr, wo wir dann ins Bett gegangen sind, starke Wellen gab, die das Schiff hin und her warfen. Jedenfalls hatten wir das Gefühl, auch wenn die beiden anderen uns unterstellen, wir seien erst gegen 2 Uhr und singend in die Kabine gekommen. Aufgewacht sind wir dann um 9 Uhr, das Land war schon in Sicht und der starke Seegang hat dafür gesorgt, dass es in meinem Kopf noch wie auf hoher See war. Die Wellen warfen darin alles hin und her. Daniel sah genauso gut wie ich aus und wir machten uns quasi direkt auf den Weg um einen Kaffee zu besorgen. Das gelang dann recht zügig und wir konnten zumindest wieder sehen das wir nun schon fast angelegt hatten. Also zurück in die Kabine und schnell angezogen, die Klamotten unter den Arm geklemmt und ab zu unseren Motorrädern (kann sich jemand vorstellen wie lang der Weg vom Deck 10 zum Motorraddeck sein kann, wenn im Kopf noch Seesturm ist?).
Angekommen sind wir dann doch alle und hatten das gleiche Spiel wie schon bei der Hinreise, dass Schiff leerte sich und wir standen im Abgasmief der anderen Fahrzeuge (immer noch mit Seegang im Kopf, was die Sache nicht grad erträglicher machte).
Irgendwann war es dann soweit und wir durften das Festland befahren, noch kurz durch die Passkontrolle und ab auf die Strasse in Richtung Deutschland. Hier kommt wirklich nichts neues mehr hinzu, es war eine typische Autobahnfahrt die lediglich dem Sinn diente schnell von A nach B zu kommen.
Im Moment sitzen wir bei Brandy und geniessen den letzten gemeinsamen Abend. Eike (das ist Brandys Frau) hat für uns gekocht und alles vorbereitet, damit der Empfang zu Hause schön ist. Ich habe mich auf den letzten 100 km von der Gruppe getrennt, bin zu mir nach Hause gefahren, habe schnell geduscht und Bianca (das ist meine Frau) abgeholt und nun sitzen wir hier zusammen und berichten mündlich noch mal alles das, was ihr ja schon lesen konntet (ok, ich gebe zu das wir nicht alles berichtet haben, also haben wir noch einiges zu erzählen).
Ich verabschiede mich heute zum letzten Mal (zumindest was die Berichterstattung von diesem Urlaub betrifft) von Euch wie immer mit den allerbesten Wünschen für euch und eure Lieben

Euer

Heiko

Tag 14 (30.5.)

Ein letztes Hallo hier von der Insel an euch auf dem festen Land,

ich sitze grad auf dem Obereck unserer Fähre nach Hause und fertige den (fast) letzten Bericht für euch. Die Fahrt von Edinburgh hier zum Terminal war fast ereignislos, wenn wir nicht den lieben Felix dabei gehabt hätten. Bei einer unserer Pausen machte sich Felix eine neue Schachtel Zigaretten auf, steckte sich eine in den Mund und zündete sie mit seinem Feuerzeug an. Den Abriss (also das obere Stück des Zellophanpapiers) hielt er dabei in der Hand, mit der er auch das Feuerzeug hielt. Da Felix aus der Schweiz kommt, ist er natürlich sehr umweltbewusst und wollte das Stück Papier dann auch ordnungsgemäss in eine Mülltonne entsorgen. Also Hand über die Mülltonne (die nur halb, dafür aber mit wirklich üblem Müll gefüllt war) und versucht das Stück Papier fallen zu lassen. Wie es nunmal so ist, das Stück Papier blieb an der Hand kleben und Felix versuchte durch eine (immer heftiger werdende) Schüttelbewegung, das Stück Papier dazu zu bewegen, endlich den Weg in die grosse grüne (in Schottland sind Mülltonnen grün) Tonne zu nehmen. Dieser Erfolg blieb jedoch aus aber das Feuerzeug, was sich ja in gleicher Hand befand, gab seinem Willen nach und verschwand mit lautem Getöse in eben jener Tonne. Nicht nur das diese Tonne mit so viel kleinem Zeug gefüllt war, dass es fast auszuschliessen war, dieses Feuerzeug jeweils wieder zu finden. Nein, am Boden war (weil der Deckel gefehlt hat) noch 10 cm Wasser was das Feuerzeug, selbst wenn wir es gefunden hätten nicht mehr als solches zu gebrauchen lassen hätte. Leider muss ich gestehen das wir euch heute das erste Mal ein gestelltes Foto von eben jener „Suchszene“ posten werden, aber wir drei anderen haben uns vor lachen fast in die Hosen gemacht und niemand, wirklich niemand hat daran gedacht, diese Suche bildlich festzuhalten. Also entschuldigt bitte dieses gestellte Foto, aber es ist bis auf die Tiefe mit der Felix bei dem wahren Versuch in der Tonne steckte, identisch.
So ihr lieben, nachdem nun diese letzte, witzige Situation hier auf der Insel ausgiebig beschrieben wurde, möchte ich nun zeigen, dass ich auch ernster schreiben kann.


Hommage an ein Land und deren Bewohner

Liebe Leser,

wenn ihr keine Probleme damit habt:
- dass ihr beim Betreten eines Pubs, eines Stores, einer Gasstation oder auch einer Touristinformation mit Hi Dears und einem lächeln begrüsst werdet
- ihr auf nicht ganz so gut, dafür kurvigen Strassen lediglich max. 96 km/h fahren dürft
- ihr hinter jeder Kurve eine neue, ganz andere Landschaft wie vor der Kurve findet
- ihr langsam über eine Bergkuppe fahren müsst, weil dahinter auch Schafe, Rehe oder Rinder auf der Strasse stehen können
- jeder (und damit meine ich wirklich jeden den wir getroffen haben) ausgesprochen freundlich zu euch ist und sich sogar entschuldigt, weil man selber als Gast vergessen
hat einen Tisch in einem Restaurant zu reservieren und trotzdem versucht wird, dich irgendwie unterzubringen
- ihr eine Landschaft erleben könnt, die vielfältiger nicht sein kann
- niemand euch das Gefühl gibt, ein Fremder zu sein
- Zeit ein Gut zu sein scheint von dem jeder, wirklich jeder genügend hat und Hektik ein Fremdwort ist
- man aus genau diesem Grund auch mal länger auf sein Essen, seine Möglichkeit nach dem Tanken bezahlen zu können oder auch an einer grün geworden Ampel steht und
niemand seine Hupe betätigt weil die Ampel schon 30 Sek. grün zeigt und der erste immer noch nicht losgefahren ist
- es beim bezahlen im Supermarkt länger dauert, weil der Kassierer behindert ist und nur eine Hand hat
- es immer wieder vorkommt, dass der Kunde / die Kundin die vor dir an einer Kasse steht mit dem Kassierer / der Kassiererin einen kleinen privaten Schwatz macht bevor du
dran bist
- es plötzlich auf einer Autobahn dazu kommt das du Blinklichter am Horizont siehst und dich wenige Sekunden später hinter einem Trecker, der die Seitenbegrünung
mit satten 6 km/h mäht wieder findest
- dir die gleiche Situation mit Rollstuhl- oder Fahrradfahrern widerfahren kann
- es auf ebendiesen Autobahnen (in Amtsdeutsch = zweispurige Fahrbahnen, mit richtungsgetrennt) plötzlich dazu kommt, dass du vor einem Kreisel stehst (klar wird er gut 1
km vorher angekündigt, aber stellt euch mal nur diese Situation vor, Autobahn und Kreisel)
- es zu guter letzt auf wirklich diesen Autobahnen dazu kommen kann, dass es Rechtsabbiegerspuren gibt und sogar Querverkehr (auch von Treckern)
- und noch viele andere, mir grad nicht einfallende Kleinigkeiten die eben dieses Lebensgefühl hier ausmachen,

dann tu dir und allen anderen einen Gefallen, Meide dieses Land!!!

Wenn du damit aber Leben kannst und auch genau diese Lebensphilosophie hast um das alles so einfach mitzumachen und als Gast Teil des ganzen zu sein, dann bist du hier willkommen und man wird dich gut aufnehmen, so wie wir willkommen waren und gut aufgenommen wurden.
Schottland ist ein wunderbares Land mit einer langen, ereignisreichen Geschichte. Mit einer Landschaft wie man sie sicherlich nicht so schnell wieder findet und mit Bewohnern, an denen sich viele andere Menschen in Europa und der Welt ein Beispiel nehmen sollten.

Ich sitze hier nun nachdem ich mit meinem Tagesbericht fast fertig bin und habe beide Augen voller Tränen. Ich weine nicht, weil ich nicht nach Hause will, sondern weil ich grade von meinen Gefühlen übermannt werde. Zum einen durch das Glück, dieses Land und diese Menschen dort kennenlernen zu dürfen. Dafür danke ich und auch die anderen unseren Partnern und unseren Familien die es uns ermöglicht haben. Wir haben euch lieb und sind froh wieder nach Hause zu kommen, nachdem wir 2 Wochen davon entfernt waren.
Zum anderen hat sich in den letzten 2 Wochen eine Gemeinschaft entwickelt wie man sie sich nur schwerlich besser vorstellen kann. Wenn man bedenkt wie das alles mal begonnen hat (post den Prolog, ich werde Daniel nötigen den wieder einzustellen) und wie oft wir uns vor diesem, „unserem“ Trip gesehen haben ist es der absolute Wahnsinn. Um es in wenige Worte zu fassen, wir gingen als Bekannte und kamen als Freunde zurück. Ich danke Gott dafür, mit diesen Menschen diesen Urlaub machen zu dürfen und ich weiss, dass es den anderen da genauso geht (jedenfalls ist so die einheitliche Meinung). Wir alle haben Tränen in den Augen wenn wir an den morgigen Tag, der (vorerst) der letze in dieser Gemeinschaft sein wird denken.
Ich werde jetzt diesen, letzten Tagesbericht beenden um noch etwas Zeit mit meinen Freunden zu verbringen und die Zeit unseres Zusammensein zu verlängern. Ich melde mich dann morgen noch mal mit einem kurzen Bericht unseres wirklich letzten Tages und verbleibe wie immer (diesmal jedoch mit Tränen in den Augen)….

zum (fast) letzten mal mit den allerliebsten Grüssen an euch und eure Lieben

Euer

H.

Tag 13 (29.5)

Ein freudiges hi dear (so wird man hier von jedem begrüsst) an euch auf dem Festland,
nachdem ich mich gestern schon letztmalig aus den Highlands gemeldet habe, melde ich mich heute letztmalig von der Insel.
Nachdem wir heute morgen um 7 Uhr Ortszeit aufgestanden waren stellten wir fest, dass uns die Highlands den Abschied absolut schwer machen wollten. Es war ein strahlendblauer Himmel und die Sonne schien so hell und kräftig, als wenn es kein morgen mehr geben würde. Also das beste Wetter um einen Urlaub zu beenden.
Zunächst aber sollte vor unserem Abschied ein Frühstück stehen, bevor wir dann die Klamotten zuende packen und dann noch durchsaugen wollten.
Punkt 1: das Frühstück gestaltet sich heute sehr einfallsreich nachdem wir festgestellt haben das unser komplett neues Toastbrot verschimmelt war und wir mit den 3 Scheiben des alten Brotes auskommen mussten. Da Brandy, Felix und ich doch eher wie richtige Männer aussehen (ihr wisst ja, gross, dick usw) haben wir unserem frozen Goblin eine ganze Scheibe zugestanden, damit er gross und stark wird. Brandy löste dann das Problem für sich indem er eine schottische Morgenpizza kreiert hat. Diese besteht aus Schinken und geschnetzelten Käse, ohne Boden und kalt (sparsam aber Kalorienreich). Ist zwar etwas mühselig das gute Stück zu essen, aber es gibt schlimmeres (Suppe mit einer Gabel zu essen zum Beispiel).
Nachdem das Thema Frühstück dann endlich beendet war ging es ans aufräumen und packen. Mittlerweile kam dann auch unser lieber Vermieter Les herüber um den Energieverbrauch abzurechnen. Spätestens nachdem wir dieses Häufchen Elend vor uns sahen, sichtlich gerührt aufgrund des bevorstehenden Abschiedes, wussten wir das wir gute Gäste waren und die diversen Whiskys für ihn gut angekommen sind. Er verlangte das wir uns alle bei ihm melden sollen wenn wir gut zuhause angekommen sind und sagte wir sollen fahren, er kümmert sich um die Reinigung des Hauses. Wir drückten ihn alle noch mal, da wir mittlerweile alle diesen Menschen lieb gewonnen haben und verabschiedeten uns. Als wir dann vom Hof an ihm vorbei fuhren, hatte der gute Les doch tatsächlich Tränen in den Augen.
Wir machten uns also bei sehr gutem Wetter, mit dem Wissen einen gebrochenen Mann zurück zu lassen wieder auf den Heimweg zu euch, die wir jetzt auch alle lange genug entbehrt haben und so schön der Urlaub auch war, freut sich jeder ein Stück weit auf zu Hause.
Die Fahrt war ereignislos und wir machten an der verhängnisvollen Tankstelle vom Hinweg (Stichwort: Brandy, Diesel, Motorrad aus, Pannendienst braucht Stunden, 6 Std Verzögerung) eine erneute Tankpause und konnten heute alle auf Brandy einwirken, den gleichen Fehler nicht nochmals zu begehen.
Weiter ging die wilde Fahrt bis wir dann gegen 14 Uhr endlich in Edinburgh an unserem Hotel ankamen. Schnell eingecheckt, die Zimmer bezogen, umgezogen und ab in die Stadt, wir wollten ja noch was sehen. Da wir hier Ortsunkungig waren und direkt vor unserem Hotel eine Bushaltestelle war, entschlossen wir uns mit dem Bus die Stadt zu erkunden. Nachdem der Bus (mit uns an Bord) dann endlich losgefahren war, konnten wir das folgende nicht glauben. Wir hatten immer mindestens 4-5 Busse um uns rum, die ganze Stadt war voll damit und so stellt sich jetzt für uns die Frage: Gibt es mehr Schafe auf der ganzen Insel, oder Busse in Edinburgh?
Nach einigen „Stadtstunden“ und etlichen gegangenen Kilometern waren wir uns alle einig, Städtereisen sind NICHTS für uns. Davon ab ist Edinburgh jedoch tatsächlich eine Reise wert und wir haben verdammt viel sehen können (der Preis sind durchgelaufene Sohlen, schmerzende Füsse und eine nahezu völlige Dehydration, der wir aber grade entgegen wirken). Schaut euch die letzten Eindrücke aus den Highlands und dann hier in Edinburgh an und teilt unsere Freude an diesen wunderbaren Bildern.
Wir werden jetzt noch ein bis eineinhalb Bier trinken um dann zeitig ins Bett zu gehen damit wir morgen für den letzten Rest der Fahrt bis zur Fähre fit sind. Da wir bei der letzten Überfahrt schon Probleme mit dem Internet hatten, gehe ich davon aus, dass es morgen leider keinen Tagesbericht geben wird. Ich werde das dann aber gerne am Freitag nachholen. Für die Bilder“geilen“ unter euch, es wird ab morgen nicht mehr so arg schöne Landschaftsbilder geben, so eine Fähre hat nur eine begrenzte Vegetation und auch mit den Bergen ist es auf dem Ding nicht wirklich weit her. Natürlich wird es einige Bilder geben, aber leider nicht mehr so wie ihr es von uns gewohnt seit.
Ich verabschiede mich letztmalig bei euch von dieser wunderbaren Insel (vorausgesetzt wir verpassen die Fähre nicht) und verbleibe mit den allerliebsten Wünschen für euch und eure Lieben

Euer
H.

Kleiner Nachtrag zur unserem Frühstück heute morgen:
Selbstverständlich habe ich auf die extra Ration verzichtet (hat Heiko vergessen zu erwähnen), da ich gerne auf die von Heiko erwähnten Attribute (gross und dick) auch in Zukunft verzichte und ich es zusätzlich nicht übers Herz brachte die grossen Bäuche - ebenfalls Zitat von Heiko - meiner Kollegen leer zu lassen ;-)
D.

Tag 12 (28.5.)

Hallo ihr da auf dem Festland,
ich sitze hier grade mit einem weinenden und einem lachenden Auge und berichte von unserem letzten Tag in den Highlands. Morgen geht’s dann zurück bis Edinburgh und am Donnerstag dann zur Fähre nach New Castle und zurück auf das Festland.

Unser Tag heute morgen hat eher schleppend angefangen, da wir wussten das es der letzte hier sein sollte, haben wir uns nur für eine kleine Runde entschieden und mussten nicht ganz so früh raus. Felix war wie immer der erste, dicht gefolgt von mir bevor dann gegen 10 Uhr Brandy mit der atemberaubenden Geschwindigkeit einer Wanderdüne aus seinem Zimmer gerast kam. Noch mit Negligé bekleidet, die Spuren der Nacht deutlich im Gesicht, fragte er nach einer Tasse Kaffee. Normalerweise ist er derjenige, der morgens schon geduscht und angezogen die Küche betritt. Schnell kamen wir diesem sonderbaren Verhalten auf die Spur, der gute hatte einen neuerlichen „Tankunfall“ und diesmal zu viel Betriebsstoff in den Tank gefüllt. Durch diesen „Tankunfall“ brach dann gleich seine alte Kriegsverletzung wieder auf, die es ihn gänzlich unmöglich machte sein Motorrad zu besteigen (damit meinen wir das darauf sitzen und fahren, nicht das was der ein oder die andere schon wieder denkt). Schweren Herzens beschlossen wir 3 anderen die Tour dann doch noch zu starten.
Jetzt kommt wieder für die, die diese Tour nachfahren wollen unsere Streckenführung:
Fort Augustus - Spean Bridge - Fort Williams - Glenfinnan - Lochailort - A 861 bis Corran - mit der Fähre übergesetzt - Fort Williams - Spean Bridge - Fort Augustus Länge = 230 Km
Die ersten Kilometer der Fahrt waren bis auf einen Bullen (damit meine ich keine örtliche Polizei) der plötzlich direkt an der Strasse stand und einem Autofahrer mit schottischen Kennzeichen der sich wohl in Deutschland wähnte und rechts fuhr bis es fast zu einem Zusammenstoss kam ereignislos. Nachdem wir dann auf die A 836 abbogen (den Rest der Strecke kannten wir ja schon) gab es nach jeder Kurve wieder neue, atemberaubende Bilder. Ich hoffe das wir euch auch heute wieder anhand der kleinen Auswahl etwas auf den Geschmack bringen können. Wir folgten der Strasse so langsam, dass wir öfters mal links ran fahren mussten um die Autos vorbei zu lassen. Wir wollten einfach nicht schneller fahren, um so viele Eindrücke wie möglich in uns aufzunehmen. Nach einigen gefahrenen Kilometern war es Zeit für eine Kaffeepause. Wir fanden in Glenuig das Glenuig Inn. In fantastischer Lage, direkt am Wasser, umgeben von Bergen, absolut ruhig gelegen, war es unserer Meinung nach der ideale Platz für unsere Pause. Wir betraten das gute Stück und bestellten 3 Becher Kaffee, die mit 7,50 Pfund noch im Bereich des erträglichen lagen (wobei wir nach dem Genuss des „Getränkes“ der Meinung waren, dass es keine 15 Penni wert gewesen ist). Da Daniel und meiner einer auch noch etwas Durst nach was kaltem verspürten (ein Schelm der jetzt böses dabei denkt und das mit dem vergangenen Abend in Verbindung bringt) bestellten wir 2 Fläschchen Wasser ( 0,33) zu dem wahnsinnig günstigen Preis von nur 9 Pfund (wenigstens für beide, nicht für eine), das sind umgerechnet fast 12 Euro, der absolute Wahnsinn. Das muss Wasser gewesen sein mit dem man Tote zum Leben erwecken kann. Wir tranken das Wasser und verschmähten den Kaffee grösstenteils und fuhren dann weiter. Schau euch unsere Bilderauswahl an und entscheidet selber.
Nachdem wir dann Corran erreicht haben, nutzen wir die Möglichkeit den Loch mit einer Fähre zu überqueren um so einige Meilen Weg zu sparen. Durch unsere geringe Reisegeschwindigkeit hatten wir viel Zeit liegen lassen und wollten langsam dann zurück ins Cottages, natürlich nur um zu sehen wie es dem armen Brandy geht.
Also fuhren wir dann gemütlich die letzten Kilometer zurück ins Cottages wo wir den guten Brandy sichtlich erholt von seinem „Tankunfall“ vorfanden. Kaum waren wir angekommen stellte unser Vermieter Stühle und Tisch in der Sonne auf und lud uns zu einem Bierchen ein. Diese Einladung nahmen wir natürlich dankend an und konnten uns nun auch davon überzeugen, dass Brandy auch den zweiten Tankunfall schadlos überstanden hat. Wir stellen fest, japanische Motorräder und Norddeutsche sind durch einen Tankunfall nicht klein zu bekommen.
Nun werde ich diesen Bericht für heute beenden, wir suchen noch schnell Bilder aus und stellen dann alles wieder ein.
Wie es mit der Berichterstattung ab morgen aussieht, kann ich noch nicht sagen. Wir wechseln unseren Standort für die letzte Nacht nach Edinburgh und werden dort sehen ob wir eine halbwegs stabile Verbindung ins Internet bekommen.
In diesem Sinne verabschiede ich mich letztmals aus den Highlands von euch wie immer mit den allerliebsten Grüssen

Euer

H.

Tag 11 (27.5)

Hi Folks,

am heutigen Montag haben wir uns mal wieder einen Tag Pause gegönnt. Geschuldet sei es den über 1000 Kilometern der letzten Tage und auch dem heute angekündigten Regen hier in der Region. So hatten wir zunächst mal wieder etwas Zeit um auszuschlafen und es uns einfach gut gehen zu lassen. Wir haben dann natürlich wieder den Ort etwas erkundet, den ein oder anderen Pub supported und sind dann zu guter letzt wieder mit dem Management von Nessi in Verhandlungen getreten, um euch doch noch die versprochenen Bilder zeigen zu können. Zunächst mal für die Tourenbegeisterten unter uns, hier die Route des heutigen Tages:
Crianlarige Cottages (Fort Augustus) - Hill Street up ways - Main Street - Canal Street - The Locker - Cannel Street- See-site- Landsite - Main Street- Hill Street - Crianlarige Cottages (Fort Augustus). Zurückgelegte Kilometer = 2

Schon beim Aufstehen stellten wir fest, heute ist ein Tag, an dem wir dringend etwas Ruhe brauchen (ich will jetzt ja nicht behaupten dass die Wettervorschau daran schuld hat) und heute einen Ruhetag einlegen werden. Nachdem wir feststellen mussten, dass in unserem Kühlschrank hier schon die Mäuse am verhungern waren besprachen wir wer denn was zu Essen organisiert. Der liebe Felix bot sich an, zu Fuss den kleinen Laden hier im Ort aufzusuchen um die fehlenden Dinge zu holen.
Da wir aber heute noch Frühstücken wollten, zog ich mir schnell meine Motorradklamotten an und fuhr einkaufen. Nicht das die werte Leserschaft jetzt denkt das wir befürchten dass der arme Felix entweder zu langsam oder zu alt sei um schnell was Essbares zu besorgen, nein dem ist nicht so. Wir hatten einfach Angst das Felix von den Eindrücken unterwegs so übermannt wird, dass er viel Zeit mit betrachten der Dinge verbringt und deswegen erst viel später wieder hier ist.
Kaum war ich vom einkaufen zurück, gab es das nächste Problem. Ich hatte zur Feier des Tages mal einige frische Eier gekauft damit wir unser Frühstück mal deutlich aufwerten konnten. Nachdem die anderen drei die Eier in der Einkaufstüte entdeckt hatten, gingen sie sofort auf die Suche nach einem Eierpiekser (das ist ein Ding womit man ein kleines Loch in das Ei macht damit es beim Kochen nicht platzt). Da sich so was nicht finden lies, machte sich Brandy an die schwere Aufgabe mit einem Stellmesser eben dieses Loch ins Ei zu bekommen, was ihm dann auch nahezu perfekt glückte. Nachdem die Eier dann im heissen Wasser schwammen und auf den richtigen Zeitpunkt warteten von uns verspeist zu werden, entfachte eine riesige Diskussion, warum man denn nicht Spiegeleier kochen würde. Diese wurde von unserem lieben Daniel angefacht, wobei man mal erwähnen muss, dass der liebe Daniel vorher stundenlang mit nach dem besagten Eierpiekser suchte. Lange Rede, kurzer Sinn, wir hatten unseren ersten handfesten Streit in der Gemeinschaft, dieser sorgte dann fast dafür, das mindestens die Hälfte der Teilnehmer den Urlaub abbrechen wollten oder einfach das Ei so essen wollten wie es nun mal im Topf lag. Nachdem wir diese schwere Krise gemeistert haben, war erst einmal Totentanz, das heisst, hier ging nicht viel und jeder ging seinen persönlichen Vorlieben nach (das Bild zum frozen Goblin schafft es heute hoffentlich in die engere Wahl).
Nachdem es dann deutlich gegen Abend ging (es war so ca 13 Uhr Ortszeit) kam Brandy auf die Idee, man könne ja mal ein Bierchen versuchen was er dann auch ohne uns tat (was eher daran lag, dass er grade alleine war und der Rest von uns anderweitig beschäftigt). Nachdem das dann der Rest von uns mitbekommen hat, wurde es schnell voll am Tisch und die erste Dose Bier für jeden wurde geleert. Da Bier ohne Whisky nun mal nicht so gut schmeckt……..was soll ich sagen…….
Nachdem dann alle gegen 15 Uhr auch mal mit duschen fertig waren gingen wir bei strömenden Regen unten ins Dorf. Da Daniel und ich ja noch ganz jung sind, haben wir den beiden alten Männern den einzigen Schirm den wir haben überlassen. Auf dem kürzesten Weg machten wir uns dann auf und betraten den Pub „The Lock“. Hier drinnen war der Regen plötzlich vorbei und wir sassen im trockenen. Damit wir nicht völlig austrockneten wurde schnell ein Bier bestellt und wir konnten der Dehydration dann doch vorbeugen. Da wir dann auch noch etwas Hunger bekamen wurden noch schnell 4 Portionen Tortillas mit Käse und Jalapenos bestellt und auch verdrückt. Ein weiteres Bier später machten wir uns dann schon wieder auf den Heimweg, vorbei an dem Management von Nessi. Da wir da nun zum geschätzten zehnten Male auftauchten konnten sie uns wohl nicht mehr sehen und wir konnten endlich alle Formalitäten klären und können heute endlich die versprochenen Fotos posten. Das ist ein Meisterwerk auf das wir sehr stolz sind, was uns nicht unerhebliche Summen an Geldern gekostet hat und dem durch die zähen Verhandlungen ein Grossteil unserer Zeit hier zum Opfer fiel. Aber da ihr uns das Wert seit, haben wir das gerne getan, geniesst also dieses einmalige Foto. Was wir versprechen mussten, bitte macht keine Kopien oder so, Copyright liegt alleine beim Management von Nessi.
Nachdem wir das dann alles geklärt hatten, haben wir noch einige Bilder gemacht, damit ihr heute nicht nur Nessi zu Gesicht bekommt (wobei sie alleine das Wert ist und auch eigentlich nur alleine gepostet werden sollte). Danach haben wir uns auf den weg in unser Cottages begeben, ich habe mich hingesetzt um euch über den heutigen Tag zu informieren, Felix hat Holz gehackt damit es wieder warm für den frozen Gobelin wird und die anderen beiden haben unser Glück, das Foto endlich veröffentlichen zu können, gesprochen (ihr seht die Arbeitsteilung ist hier sehr einseitig).
Nun habe ich aber auch genug über einen eigentlich ereignislosen Tag geschrieben und werde mich nun zu den anderen begeben um endlich auch mal ein Bier zu trinken.
Ich verbleibe wie immer mit den allerbesten Grüssen an alle

Euer

H.

Jo, is ja mal so ne Sache mit der Nessi. Nachdem wir sie ja anfangs unseres Urlaubs kurz zu Gesicht bekamen, erhielten wir ja prompt Foto- und Berichtverbot, konnten somit nur kurz Andeutungen machen. Nachdem unser unser Weg aus dem örtlichen Pub heute eigentlich nur ganz kurz an den Loch Ness führte, tauchte sie plötzlich wieder auf. Aufgrund dieses plötzlich auftretenden Ereignisses, wurde das erste geschossene Foto natürlich etwas unscharf, was aber die Authentizität dieses Augenblickes wiederspiegelt. Glücklicherweise konnten wir sie etwas später noch einmal ablichten, als sie sich unbeobachtet fühlte. Auf diese Weise konnten wir auch den immer etwas zähen und langwierigen Verhandlungen mit dem Management aus dem Weg gehen.

Kurze Pause, die Nudeln sind fertig.

So, Daniel hat seinen Part mit den Nudeln abgiessen irgendwie missverstanden. Aber nachdem die Nudeln statt im Sieb aus dem Schrank im Sieb der Spüle „abgeschreckt“ wurden. haben sie von dort den Weg zurück in den Topf (Schein wahren!!) auch den Weg auf unsere Teller gefunden. Die scharfe Sosse und ordentlich Salz und Pfeffer lassen diesen Fauxpas natürlich null und nichtig werden. Ist halt ne Männermahlzeit !

Hmh, wo war ich eigentlich stehen geblieben???? Ach ja, Nessi. Also wie gesagt: Wir hammse im Kasten und gut.

Der Brandy


Tag 10 (26.5)

Einen wunderbaren Gruss aus dem sonnigen Schottland an das kalte Festland,

wie wir heute aus mehreren zuverlässigen Quellen gehört haben soll das Wetter bei euch auf dem Festland ja eher ein warmer Winter sein. Hier wird es jeden Tag besser und so richtig Regen haben wir auch noch nicht abbekommen.

Nun will ich aber mal die Ereignisse des Tages zusammen fassen. Heute hat unser Tag mit dem Aufwachen begonnen (ich weiss, der ein oder die andere denkt jetzt das ja jeder Tag so beginnt, aber das geht auch anders). Nachdem wir dann aus ausgiebiges Morgenessen (da staunen die Deutschen unter euch, aber ich will ab und zu auch mal die Begrifflichkeit des Nachbarlandes benutzen) sind wir gegen 10:15 Uhr zu unserer Tour auf die Isle of Skye aufgebrochen.
Für die Interessierten hier wieder die Route:
Fort Augustus - Invergary - dann weiter über E.D.C. - Skye Bridge- bis Portree - weiter bis in den Norden der Insel und in Uig dann die Querverbindung zurück nach Portree und dann die Strecke zurück. (gefahrene Kilometer = 378)
Der Hinweg auf die Insel vor der Insel war die übliche Streckenführung hier im Land der Highländer. Wir fuhren entlang grüner Wiesen, durch kleine, verträumte Orte, Berge hinauf und wieder hinunter, entlang von grün-blauen Seen, durch Täler, rechts und links umgeben von Bergen die in einem wunderbaren Farbmix aus grün, braun und tausend Schattierungen leuchten und auf deren Spitzen teilweise noch Schnee liegt. Mit anderen Worten, eine Traumlandschaft. Nach gut 70 Minuten Fahrzeit kam dann endlich die Skye-Bridge in unser Blickfeld und wir wussten, bald verlassen wir die grosse Insel um auf die kleine Insel zu kommen. Die Überfahrt der Brücke war dann weniger spektakulär wie das Foto verspricht und schon hatten wir die Insel erreicht.
Nun ging es 38 Meilen entlang der Küste an einer weiteren schönen Kulisse entlang. Erwähnenswert ist hier nur noch, dass ich es endlich auch geschafft habe meinen Helm auf schottischen Boden zu werfen. Bei einer Pause hatte ich mein Motorrad recht schräg abgestellt und den Helm auf die Sitzbank gelegt. Ein kleiner Windstoss reichte dann aus und mein Helm fiel von ebendieser auf den Boden des Parkplatzes, rollte weiter Richtung Fahrbahn und kam auf dieser zu liegen, nachdem das Auto, welches grade an unserem Parkplatz vorbei fuhr am rollenden Helm vorbei gefahren war. Ich hatte also doch recht viel Glück das ich nicht danach mit einem Haufen Pflaster um den Helm weiter fahren musste. Danach musste nur noch kurz das Visier neu befestigt werden und die Fahrt konnte weiter gehen.
Einige Zeit später kamen wir dann in Portree an, hier muss mal festgehalten werden, dass die dort zwar ein klein wenig was zu sehen haben, aber die Stadt als solche eher sehr schmutzig ist. Einen Kaffee haben wir bis jetzt nicht bekommen und das Essen war so fettig, dass es bei dem einen oder anderen von uns Fahrstuhl fährt.
Wir haben es dann nicht so lange ausgehalten und sind weiter entlang der Küste gefahren. Hier harn wir dann wieder Landschaften gesehen und Eindrücke gewonnen die uns nachhaltig in Erinnerung bleiben werden. Entlang der Küste ging es vorbei an einigen Steilküsten, davon eine mit Wasserfall. Weiter über eine Singletrackroad und vorbei an Bergen und………oh, da hatte ich mich ja weiter oben schon mal ausgelassen.
Schaut einfach die Bilder an und ihr werdet uns verstehen.
Auf dem Heimweg mussten wir dann unterwegs noch etwas einkaufen, da es schon recht spät war und wir nicht wussten ob wir es schaffen würden, vor dem Ladenschluss unseres Dorfladens wieder hier zu sein. Also beim ersten Supermarkt links ran gefahren und das Ding gestürmt. Neben so elementar wichtigen Dingen wie Schokoriegeln und Erdnüssen kauften wir auch 8 Flaschen Bier. Nicht das da jeder nun denkt wir wären dauernd nur am saufen, dieses Bier gibt es hier leider nicht und ist aber sehr lecker. Wir veranschlagten ein Bier für jeden am heutigen, das zweite dann am morgigen Tag (übrigens ist morgen Weihnachten).
Nachdem wir dann die Flaschen verstaut hatten machten wir uns auf die letzten 100 km der Heimfahrt die völlig……halt…nicht ganz Ereignislos abliefen. Nachdem wir das E.D.C. grade auf dem Rückweg passiert hatten kamen wir einige Kilometer weiter um eine Kurve in der sich 2 Häuser befanden. Zu diesen 2 Häusern gehörten offensichtlich Ca 12 Schafböcke, die in dem Moment wo wir vorbei mussten nichts besseres zu tun hatten, als auf der Strasse eine Versammlung des Ortsvereins vereinsamter Schafböcke abzuhalten. Man muss sich das so vorstellen, man befährt eine Strasse mit exact 96 km/h, kommt um eine Kurve und dort steht dann die kleine Herde und schaut einen an, als wenn man sie bei was ganz wichtigem stört. Das liest sich unglaublich, ist hier aber tatsächlich an der Tagesordnung. Wir bitten um Verständnis das wir es nicht geschafft haben, diesen kleinen Vorfall bildlich zu dokumentieren da wir anderweitig genug damit zu tun hatten, die Versammlung nicht gänzlich beim ortsansässigen Butcher (das ist das schottische Wort für Schlachter) enden zu lassen. Nachdem wir uns dann freundlich für die Störung der Versammlung entschuldigten und der erste Vorsitzende der Versammlung uns mit einem leichten Kopfnicken eine weitere gute Fahrt wünschte ging es weiter.
Auch der Rest der Fahrt war leider nicht ganz so ereignislos wie wir uns gewünscht hätten. Ca 30 Kilometer vor unserem Cottages wurde unser lieber Felix von einem herumgewirbelten Stein am Fuss getroffen, das war jetzt nicht unbedingt ein lebensbedrohlicher Zustand, aber er hatte doch einen kleinen Schmerz und „rumpelte“ durch eine Kurve. Warum das noch wichtig wird lest ihr gleich.
Kurz angehalten, einige unanständigen Flüche auf schweizerisch gemurmelt war das jedoch schnell wieder vergessen (die Frage stellt sich nur wenn man sich daran erinnern wird) und weiter ging es auf die letzten Kilometer der Heimfahrt. Im Ort angekommen stellten wir fest das die Tankstelle noch auf hat, also links ran, Rüssel in den Tank (nein, nicht der den ihr denkt) und dann bezahlen. Weiterfahrt zum Cottages, hier sollte sich der Kreis nun schliessen. Leider nicht nur was die gefahrene Strecke betrifft. Beim öffnen des Topcase stellte Felix fest, dass 2 der 4 Flaschen Bier die er transportierte inkontinent geworden waren und der Inhalt sich in seinem Topcase verteilt hat. Wenn ich nun dachte, dass ich einige schweizerische Flüche bei der Steinsache gehört habe, dann wusste ich jetzt, dass geht noch viel viel schlimmer. Das schlimmste ist, in den letzten Tagen habe ich so viel Schwitzerdütsch um die Ohren bekommen, dass ich fast alles verstanden habe. Nun vermuten wir, dass dieses um die Kurve „rumpeln“ nach Steineinschlag die Flaschen so weit zusammengehauen hat, dass sie sich von ihrem Inhalt trennten. Denen ging es quasi wie Brandy auf dem Hinweg auf dem Schiff, der trennte sich ja auch von seinem Inhalt :-).
Nun, so weit so gut, der Tag ist geschafft der Inhalt des Topcases wieder abgewaschen (so weit es ging, habt ihr schon mal Postkarten abgewaschen?) und wir können schon wieder lachen. Nun bleibt halt heute nur ein halbes Bier für jeden. Ich werde mich nun zurückziehen um dieses halbe Bier zu trinken. Morgen berichte ich dann wie gewohnt vom nächsten Tag.
Ich verabschiede mich wie immer mit den allerbesten Grüssen an euch und eure lieben

Euer

H.



Zum Glück haben wir ausser den inkontinenten Flaschen (als hätten wir es geahnt) natürlich auch noch ein paar Dosen eingekauft (Weihnachten !! ). Den Whisky hat Heiko glaube ich gänzlich unterschlagen. Okay, tue ich jetzt auch. Wenn ich unsere heutige Tour über die Isle of Skye bewerten sollte, so würde ich sagen (aber es fragt mich natürlich wieder keiner, ich sag`s trotzdem), die Tour war nett bis schön. Unserer Küstentour gestern und vorgestern dazu im Vergleich gesetzt, die würde ich dagegen mit Wow beurteilen. Das war landschaftlich bisher wirklich der Hammer. Sollte sich einer/eine von euch da draussen mal für einen Trip nach Schottland entscheiden, so gehört die Tour an der Nord- und Nord/West-Küste auf jeden Fall auf die „to do-Liste“ für euren Schottland-Urlaub. Ich mach mal ne kurze Pause, das Abendessen soll fertig sein.

So (15 Minuten und 2 Hot Dogs später), da bin ich wieder. Wir haben unserem „Meilenfresser“ Felix gerade vorgeschlagen, morgen eine „kleine“ Tour an die Ostküste zu machen. So über Inverness nach Aberdeen (ca. 140 Meilen), dann ein wenig die Ostküste erkunden (so ca. 200 Meilen), um dann über Edinburgh (schon mal schauen, so wir übernachten) wieder zurück zu unserem Cottage (ca. 250 Meilen) zu fahren. Nachdem er gemerkt hat, dass wir zu scherzen belieben, hat er auch wieder Farbe im Gesicht.
Ach übrigens: Die Batterie von meinem „Dieselross“ hat sich wieder regeneriert. Es gib keine Startprobleme mehr, und die Griffheizung ( !!!) funktioniert auch wieder. Bei zeitweise nasskalten 6 - 7 Grand ein echtes Leckerli. Da werde ich doch tatsächlich ab und zu zum Weichei. Aber pssssst, muss ja nicht jeder wissen.
Nun mach ich mal Schluss, muss mich um das Kaminfeuer kümmern und ein Gläschen von dem unterschlagenen Getränk nachschenken muss.

Der Brandy

Tag 8 und 9 (24 u. 25.5)

Liebe Leserschaft,
wie befürchtet hatten wir gestern leider nicht die Möglichkeit einen unserer kleinen Tagesberichte zu schreiben so das ich das heute erledigen darf (ich kann mir kaum was schöneres vorstellen ausser 2 Tage auf dem Gedächtnis widerzugeben)

Für alle die, die es interessiert, unsere 2 - Tagestour führte entlang folgender Punkte:
Tag 1
Fort Augustus (wie immer der Startpunkt, kann evtl. daran liegen das wir hier unser Cottages haben :-) )- Inverness - A 9 - Tain - Brora - Helmsdale - Dunbeath - Wick - A 99 - John o`Groats (der absolut nördlichste Punkt Schottlands) - Dunnet Head - Thurso (hier haben wir das B&B genommen)
Tag 2
Thurso - A 836 - entlang der Nordküste - Bridge of Forss - Bighouse - Bettyhill - Tongue - Hope - Durness - A 838 - Laxford Bridge - A 894 - Kylestrome - A 894 - Skiag Bridge - A 837 - Ledmore - A 835 - Ullapool - Inverness - Fort Augustus

Da man selten den zweiten Schritt vor dem ersten machen kann, fange ich natürlich auch mit Tag 1 an. Wir sind gegen 10 Uhr auf unsere Tour gestartet. Das Wetter hier war trocken, aber noch bewölkt. Dieses sollten dann für lange, lange Zeit die letzten Wolken sein, die wir zu Gesicht bekamen.
Nachdem wir gut 15 km in Richtung Inverness unterwegs waren fuchtelte Daniel wie wild mit den Armen und Beinen und bewegte mich so zu unserem ersten Stop. Warum tat er das? Er hatte seinen Fotoapparat vergessen und wollte uns das alle wissen lassen. Nachdem wir einige kurze Blicke miteinander gewechselt haben (jeder dachte, man gut das sein Hintern festgewachsen ist wer weiss wann er den mal zu Hause lässt) entschieden wir uns für die Weiterfahrt, da alle drei anderen Beteiligten noch Fotoapparate dabei hatten.
Bis wir dann langsam in die Nähe der Küste kamen, gibt es nicht so arg viel zu berichten ausser dass das Wetter zunehmend besser wurde und selbst Daniel nicht mehr fror. Nachdem wir dann endlich John o`Groats erreicht hatten standen wir vor einer Atemberaubenden Aussicht. Das Meer lag direkt vor uns, grade in so weit unruhig, dass wir einige Wellen beobachten konnten. Viele kleine vorgelagerte Inseln komplettierten das Bild und wir waren einfach nur sprachlos.
Eine gute Stunde und auch einen Kaffee mit Scores (na, was war das doch gleich?) machten wir uns auf den Weg die Küste entlang. Ab hier war es so, dass wir wenig fuhren, dafür viel standen und noch mehr fotografierten. Ich kann jetzt schon versprechen das jedes der über 400 Bilder die wir gemacht haben es verdient hat, von uns hier auf dieser Seite veröffentlicht zu werden. Aber ich befürchte wir werden uns auf eine kleine Auswahl beschränken müssen. Diese kleine Auswahl werden wir aber gerne und dem Wissen treffen, dass wir euch gutes Bildmaterial liefern werden.
So zog sich dann die Fahrt bis Thurso hin, mehr Stops wie Go`s und mehr Bilder wie verbrauchte Milliliter Benzin. Trotz alle dem schafften wir es endlich bis Thurso und machten uns auf die Suche nach einer Bleibe für die Nacht. Im Ortskern hatten wir die Auswahl an mehreren Hotels. Das erste war leider ausgebucht und die Rezeptionistin schickte uns ein paar Meter die Strasse hoch zu einem anderen Haus. Dort angekommen betraten wir die Rezeption, hinter der sich ein Mann befand, der dem Butler aus Diner for One wie aus dem Gesicht geschnitten war. Auch seine Gestik, Mimik und seine Art sich zu bewegen war 1 zu 1 übernommen. Nachdem er uns mitteilte das wir für ein Zimmer den lächerlichen Preis von 50 Pfund / Person (das sind gut 60 Euro) bekommen könnten, lehnten wir dankend ab. Unterwegs hatten wir B&B`s gesehen, die für 25 Pfund / Nacht / Person zu bekommen waren.
Also machten wir uns weiter auf die Suche und fanden ein wunderbares B&B, Murray-House (das war der Name) mitten im Ort. Die Zimmer waren vorzüglich, das Frühstück völlig in Ordnung und wir haben dann auch nur 35 Pfund / Person gezahlt. Für diejenigen unter euch, die auch mal mit B&B in Schottland unterwegs sein wollen, das ist nur zu empfehlen.
Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben machten wir uns auf den Weg etwas essbares zu bekommen. Von unserer Vermieterin haben wir den Tip, „Red Pepper“ bekommen. Wir suchten und fanden den Pub und das Essen war vorzüglich. Um 22 Uhr schlossen wir das Protokoll (erwähnt werden muss nur noch, dass wir um 00 Uhr langsam zurück ins Murray-House gingen, wo dann alle friedlich und gut geschlafen haben).


Tag 2
Nachdem wir ausgeschlafen hatten (unser Frühstück hatten wir selber auf 8:30 Uhr terminiert) nahmen wir ein typisch schottisches Frühstück zu uns. So gestärkt machten wir uns auf die nächste Etappe unserer Tour.
Auch heute ging unsere Fahrt entlang der Nordküste und wir kamen nur im „Schritttempo“ voran. Das lag weniger an den schlechten Strassen oder dem vielen Verkehr als vielmehr an der Tatsache, dass nach jeder Kurve ein neues Postkartenmotiv auftauchte und wir Fotos machten als wenn es kein morgen mehr geben würde.
Die Zeit die wir uns nahmen war es auf alle Fälle wert und wir erlebten eine unglaubliche Gegend, mit unglaublichen Panoramen und unglaublicher Streckenführung. Selbst jetzt, hier wieder im Cottages angekommen, sind wir noch überwältigt von den letzten beiden Tagen und einfach nur ……glücklich!
Über die Fahrt gibt es wenig zu berichten, es war für die, die dabei waren einfach nur genial. Es gab keine Ausfälle, keine besonderen, erwähnenswerten Begebenheiten sondern nur, Motorradfahren pur, Landschaft pur, Spass pur, Erlebnis pur usw.
Ich möchte diesen fantastischen Tag auch nicht durch unnötige Berichte zerstören. Schaut euch die Bilder an und freut euch mit uns.
Morgen werden wir dann die Isle of Skye in Angriff nehmen und ich berichte morgen dann wieder von dem neuen Tag. Bis dahin verabschiedet sich von euch mit den allerbesten Wünschen und Grüssen an eure lieben

Euer

H.

Tag 7 (23.5)

Einen wunderschönen guten Abend von uns hier in Schottland an die Leser auf dem Festland,
gestern hat uns die Wetterapp von Daniel verraten, dass es heute recht kühl (5-6 Grad) und auch regnerisch werden soll. Da wir nun fast eine Woche unterwegs sind und bei dem einen oder anderen die Wäsche langsam knapp wurde, beschlossen wir den heutigen Tag als Ruhe- Wasch- und Erholungstag zu planen.
Nachdem wir das erste Mal hier in Schottland ausgeschlafen haben, wurde unser Frühstück dann schon kurz vor 11 Uhr Ortszeit serviert (wir servierten uns gegenseitig, was den Erholungseffekt gleich ins unermessliche steigern sollte). Beim Frühstück besprachen wir dann wie das mit dem Wäschetausch laufen sollte und beschlossen das Felix mit mir und Brandy mit Daniel seine Wäsche tauscht, dass muss dann noch mal eine Woche reichen :-).
Nein, natürlich lösten wir das Wäscheproblem nicht so, sondern recht proffessionell, indem wir die vor Ort befindliche Waschmaschine überredeten, etwas für uns zu arbeiten. Die Zeit in der die Wäsche in der Maschine war nutzten wir dann doch recht unterschiedlich. Zunächst duschte jeder auch mal, was nach 7 Tagen langsam Zeit wurde. Danach legte sich einer der beiden Schweizer (ich verrate nicht wer es war, aber der Name beinhaltet kein x) in sein Bett weil ihm, Zitat: „saukalt“ sei. Der Rest trieb sich hier im Cottages rum, Brandy suchte die Route für morgen raus und plante einige Stops, während Felix und ich dem Staubsauger einen neuen Beutel zukommen liessen, was die Saugleistung um glatte 1000% verbesserte. So hatte jeder irgendwas zu tun und es verging eine kleine Zeit. Nachdem die Waschmaschine uns mitteilte (durch einige kleine Pieptöne) das sie fertig ist, stopften wir die Wäsche in den Trockner, warfen den an und machten uns auf den Weg in den Ort.
Unterwegs zog sich Daniel seine Kapuze über den Kopf und jammerte den ganzen Weg wie kalt es doch sei. Ich hoffe ich kann das Bild heute noch posten welches ihn nun seinen neuen Namen einbrachte, ab sofort ist Daniel der „frozen Goblin“. Wir finden der Name passt sehr gut und sind ein klein wenig stolz auf die Namensfindung, jedoch kann jeder sehen (wenn wir das Bild finden und posten können), es konnte keinen anderen Namen geben.
Im Ort angekommen machte uns ein leichter Regen zu schaffen und wir suchten einen Pub auf. Dieser war urgemütlich und wir verbrachten einige Zeit bei gesundem Wasser mit Malz und Zucker sowie eine bis zwei Schalen besten Gerstensafts. Alles Dinge, die aus der guten schottischen Natur stammen und sicherlich sau gesund sind. Das Gesundheitsamt der schottischen Regierung empfiehlt sogar den Genuss dieser edlen Naturprodukte (guckst du Bilder). Außerdem gab es dann dort noch sehr leckeren Fish & Chips, die unser Mittag- und Abendmahl gleichzeitig darstellten.
Nachdem wir dann satt und auch nicht mehr durstig waren, verliessen wir den Pub und konnten noch Zeuge werden wie ein mittelgrosses Schiff über die Terrassenschleuse geschleust wurde. Nachdem wir zwei Schleusengänge angesehen haben, sind wir dann langsam wieder zum Cottages gewandert, haben im Einkaufsladen noch einen Sack mit Kohle (leider nur die zum heizen, nicht die zum ausgeben) gekauft und mussten an der Kasse feststellen, dass irgendjemand uns eine Flasche Whisky untergeschoben hat. Da wir mit der nun mal schon an der Kasse waren, haben wir sie zähneknirschend bezahlt (welche Frechheit uns so was einfach unterzuschieben) und auch mitgenommen.
Nun sind wir wieder am Cottages und starren auf den Kamin mit dem Kohlenfeuer (nicht alle, da ich ja noch am schreiben bin) und warten drauf das die Sonne endlich untergeht damit wir schlafen gehen können. Wir wollen ja den heute begonnenen gesunden Lebensweg nicht gleich wieder verlassen. Daher geht’s auch gleich bei Einbruch der Dunkelheit (was hier heute so gegen 23 Uhr Ortszeit sein sollte) ins Bett. Bis dahin werden wir vielleicht noch mal den Whisky probieren um zu sehen, was man uns da untergeschoben hat. Auch ist es im Bereich des möglichen, dass wir noch eine gesunde, natürliche Gerstenkaltschale geniessen werden.
Da der Tag heute weiter nicht sehr aufregend war, beende ich den heutigen Tagesbericht mit einer kleinen Vorschau auf die nächsten beiden Tage.
Da wir uns unbedingt die Nordküste Schottlands ansehen wollen, diese aber sehr weit von unserem Stützpunkt entfernt liegt, werden wir morgen zu einer 2 tägigen Tour aufbrechen. Wir nehmen das Laptop mit und werden versuchen am morgigen Abend einen Bericht zu verfassen und zu posten. Da wir aber leider nicht genau die Netzverhältnisse im Norden kennen, bitten wir um Nachsicht, wenn ihr morgen noch keinen neuen Bericht lesen könnt. In diesem Fall hatten wir keine Verbindung ins Internet und werden am Samstag dann sofort alles nachholen.
Nun hat der liebe Felix grade mitgeteilt, dass er gerne einen kleinen Epilog für den heutigen Tagesbericht verfassen möchte. Ich verabschiede mich daher von euch mit einem ganz lieben Gruss und übergebe die Tastatur (und auch das daran hängende Laptop) an Felix.

Euer
H.

Seit wir gestern ein super-seriöses Video hochgeladen haben, brodelt die Gerüchteküche gewaltig. Es wird heftig gerätselt, was denn die 4 Schottlandfreaks so alles in sich hinein fliessen lassen. Deshalb sei an dieser Stelle ein für allemal die nackte Wahrheit geschrieben:

Die Einen trinken viele und zünftig, die Anderen sind da eher vernünftig.
Wasser wird in jeder Form konsumiert, egal, es wird ja in der Blase komprimiert.
Für die Jüngeren ist das kein Problem, die Älteren haben’s manchmal unbequem.
So halten es die Einen sehr lange aus, bei den Anderen muss es schneller raus.
Wenn jetzt der Leser an Alkohol denkt: FALSCH, wir haben nur Tee ausgeschenkt.

Euer F(elix), der Rentner

Tag 6 (22.5)

Hallo an die andere Seite des Monitors,
heute schreiben wir den Tag 6 unsrer Tour. Wir sind bei strahlendem Sonnenschein aufgestanden und haben uns auf den vor uns liegenden Tag gefreut. In Planung war eine Tour über Fort Williams, weiter über die A 830 nach Glenfinnan, weiter nach Lochailort, dann sollte es weiter gehen über Glenuig - Ardmolich und entlang der Lochs wieder nach Fort Williams.
Was soll ich sagen, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Wir fuhren also bei strahlendem Sonnenschein los und die Fahrt bis Glenfinnan war zwar sehr schön, aber genauso erlebnislos. Aber das störte uns dann doch sehr wenig und wir hatten eine Menge Spass an der Streckenführung und der zügigen Fahrweise (nein, wir rasen nicht, aber waren mal mit 90 km/h unterwegs).
Nachdem wir dann in Glenfinnan eingefahren sind, ging unsere Tour über eine Eisenbahnbrücke auf der ca 7 Leute standen und auf die Gleise starrten. Im weiteren Verlauf der Strecke standen alle paar Meter Leute an der Strasse und starrten wie gebannt auf die paralell verlaufenden Schienen. Na, irgend jemand da draussen der jetzt den gleichen Einfall hat wie ich heute Mittag?
Mir fiel es wie Schuppen von den Augen, Glenfinnan Express, der Zug der in jedem Harry Potter Film zu sehen ist!!!!! Der MUSSTE auf ein Foto. Da ich als letzter von uns vieren fuhr versuchte ich Brandy (der als erstes fuhr) zum Halten zu bewegen. Ich ruderte wie wild mal mit dem linken, dann auch dem rechten Arm. Ich machte Lichthupe und Hupe. Ich für zick zack, ich stand auf den Fussrasten, also ich tat wirklich alles um einen Stop zu erzwingen. Da nichts fruchtete (der Kerl ist blind, taub und seine Spiegel zeigen anscheinend nur sein Antlitz) überholte ich den ganzen Haufen und konnte endlich meinen Wunsch an den Leader herantragen.
Wir fanden einen Parkplatz der halbwegs frei war und suchten uns einen Platz um den herannahenden Zug zu fotografieren. Wir hatten lediglich 2 Probleme bei der ganzen Geschichte. Zum einen wusste niemand genau wann der Zug tatsächlich kommt, zum anderen mussten wir einen Platz finden der uns gute Bilder versprach und dazu mussten wir etliche Meter durch unwegsames Sumpfgebiet zurück legen (das alles nur für die werte Leserschaft).
Nachdem wir dann endlich Position bezogen hatten und auch einer der beiden alten Männer zum (gefühlten) 10ten mal seine Notdurft in die freie, schottische Natur verrichtet hatte, dauerte es tatsächlich nur noch ein paar Minuten bis der Zug endlich kam und wir einige Bilder schiessen konnten.
Da wir nun auch noch die berühmte Brücke sehen wollten die auf jeder zweiten Postkarte ist, folgten wir den Bahnschienen einige Kilometer. Irgendwann kamen wir zwar an eine Steinbrücke, jedoch passte Länge und Hintergrund nicht mit den Postkarten überein. Auf einem Parkplatz fanden wir einen schottischen Bierwagenfahrer. Kurzerhand fragte ich ihn wo denn diese berühmte Brücke sei. Er antwortete mir irgendwas absolut unverständliches, nachdem ich ihn darauf hingewiesen habe das ich nur ein deutscher Tourist mit 3 weiteren Touristen im Schlepptau bin, sprach er nochmals laut (aber immer noch undeutlich). Wir waren die Strecke in die falsche Richtung gefahren und mussten wieder zurück nach Glenfinnan. Von einem Schotten gesagt, von uns getan machten wir uns auf den Rückweg. In Glenfinnan angekommen fanden wir recht schnell das Besucherinformationszentrum, von dessen Parkplatz aus wir die weltberühmte Brücke sehen konnten.
Wir scheuten keinerlei Mühen und warteten mehrere Stunden bis uns endlich die spektakuläre Aufnahme gelingen sollte, die wir euch gepostet haben. An diesem merkwürdigen hellen Fleck im Bild solltet ihr euch nicht stören (besser konnten wir die Postkarte nicht abfotografieren). Ihr seht anhand der Brückenfotos was mit Photoshop alles möglich ist und wie die Tourismus- und Filmbranche uns als Konsument doch etwas hinters Licht führt.
Die Bilder von der Bahn auf der freien Strecke haben wir tatsächlich so gemacht und sind froh, dass sie uns gelungen sind. In eben diesem Besucherinformationszentrum haben wir dann einen Kaffee getrunken und ein Scones (weiss jeder noch was das für ein Gebäck war?) gegessen. Kurz bevor wir dann losfahren wollten gab es einen heftigen Regenschauer der sogar mit Hagel versetzt war. Das ganze dann doch bei gut 14 Grad.
Nach diesem Regenguss entschlossen wir uns dann doch die Rückfahrt anzutreten da wir in Fort Williams noch eine Whisky Destillerie anschauen wollten. Also ab auf den Rückweg und dieses das erste Mal im Regen (bis dato hatten wir nur auf der Hinfahrt in England und ganz wenig in Schottland Regen abbekommen).
In Fort Williams angekommen fanden wir schnell den Weg in die Ben Nevis Destillerie. Eine Führung kostete uns pro Person 4 Pfund und dieser Preis beinhaltete zum Ende der Führung eine klitzekleine Whiskyprobe und man konnte 4 Pfund Rabatt auf eine Flasche bekommen wenn man eine käuflich erwerben würde.
Die Führung war sehr aufschlussreich und wir können jetzt verstehen warum richtige Whiskytrinker KEINEN Blendet sondern ausschliesslich Scotch Whisky trinken. Scotch wird ausschliesslich aus einer Malzsorte gebrannt während bei dem Blendet alles in das Fass kommen darf was auf einem Acker wächst (inkl. Unkraut glaube ich).
Nachdem wir unsere Allgemeinbildung um dieses wichtige Kapitel ergänzt haben, waren wir noch kurz bei einem Lidl einkaufen (ja, auch auf der Insel gibt es Lidl und Aldi) da unsere Vorräte deutlich dem Ende entgegen gingen.Im Gegensatz zu den anderen Tagen fanden sich diesmal komischerweise so Dinge wie Brot, Käse, Wurst und Butter in unserem Wagen. Im Gegensatz zu den „normalen“ Einkäufen hier in Fort Augustus wo sich in der Regel nur Bier und Whisky oder auch mal Whisky und Bier in den Einkaufstaschen befanden, war das eine deutliche Änderung die sofort allen aufgefallen ist (nein, wir kaufen natürlich immer nur viel Essen und wenig trinken, aber der Text musste mal aufgeheitert werden).
Nach dem Einkaufen fuhren wir im trockenen (die 3 Min Regen unterwegs zählen nicht) wieder zurück in unser Cottages. Dort angekommen packten wir den Einkauf in den Kühlschrank und Daniel und ich machten uns noch einmal auf den Weg etwas Feuerholz für den Kamin zu kaufen. Nachdem auch das erledigt war setzten wir uns bei strahlenden Sonnenschein vor das Cottages und probierten den von uns in der Destillerie erworbenen Whisky zusammen mit einem Bier. Unser Vermieter ergänzte die Runde und auf seine Frage halfen wir ihm eine alte Matratze auf sein Auto zu verschnüren, da er diese morgen auf den Müll bringen wollte. Zu was so eine alte Matratze alles dienen kann…..schaut euch das Video an. Nun haben wir grade leckere Nudeln mit einer scharfen, indischen Sosse gegessen und werden den Abend nun ausklingen lassen. Ich werde dann wieder vom morgigen Tag berichten und verbleibe mit den allerbesten Grüssen
Euer
H.
P.S. Wenn ihr euch fragt warum ich immer mit einem H. zeichne, dass ist einfach so :-)

Euer H.(eiko)


Nu guck, da melde ich mich doch auch noch mal zu Wort. Was für`n Zug?? Wer zum Teufel ist Harry Potter???

Wie ihr Heikos Texten entnehmen könnt, ist uns der hier destillierte Single Malt Whisky (im Folgenden nur kurz SMW genannt) nicht völlig gleichgültig. Ob ihr es glaubt oder nicht, aber heute haben wir einen neuen Level erreicht. Wir sind direkt von Stufe 1 auf Stufe 3 gewechselt, denn wir haben heute Abend bereits mit SMW gekocht!!!!!! Unglaublich oder???? Es gab Buitoni a la Ben Nevis. Extrem lecker !!!! Schatz mach dir keine Sorgen, das wird schon wieder.

Seit zwei Tagen muss ich bei meiner Varadero leider auf einen bei den derzeitigen teilweise herrschenden Temperaturen sehr angenehmen Komfort verzichten. Meine Batterie hat die „Tank-Arie“ wohl doch nicht klaglos überstanden. Sie lädt sich nicht mehr voll auf. Meine Heizgriffe haben die Funktion eingestellt, fressen zu viel Strom und die Automatik schaltet sie ab. Merkt man auch bei längerer Stadtfahrt, dann zieht die (heutzutage leider nicht mehr abschaltbare Beleuchtung) schon so viel Saft ab, dass der Strom nur noch für einen Startversucht reicht. Wenn`s dann nicht klappt, müssen die Jungs schieben, oder ich drehe vor dem Abstellen des Mopeds noch ein paar schnelle Runden über den Parkplatz :-) Aber bisher flutscht noch alles, bis auf die kalten Finger :-(

Der Brandy

ach ja übrigens Griffheizung, Sattelheizung, Windschutzscheibe, usw. - alles unnötiger Quatsch - wo sind die echten Biker geblieben!!! By the way die Harley hat nix von dem unnötigen Quatsch ;-)



Tag 5 (21.5)

Hallo ihr da auf dem Festland,
heute hat unser Tag wie die letzten Tage auch mit dem Aufstehen begonnen. Nach einem leckeren Frühstück sind wir dann gegen 10Uhr zu unserer Tagestour aufgebrochen. Da sich hier das Wetter recht häufig ändert haben wir mehrere Ziele ausgewählt, die wir je nach Wetterlage anfahren konnten. Da unterwegs das Wetter zwar trocken, aber nicht sonnig war, haben wir uns gegen die Isle of Skye entschieden und uns kurzfristig für einen Besuch an der Westküste entschieden.
Hier die Route für alle die schauen wollen wo wir waren:
Fort Augustus (Richtung Süden) - Invergarry (Richtung Westen) - Nun Lohne - A 87 - vorbei am Eilean Donan Castle (das vom Highländer) auf die A 890 - Strome Ferry - Strath Carran - auf die andere Seite des Lochs - die A 896 entlang - Tornapress - dann Richtung Westen nach Apllecross - die Küstenstrasse entlang über - Lonbain - Fearnberg - Shieldaig - wieder auf die A 896 - dann zurück nach Fort Augustus das ganze waren dann 320 Kilometer.

Bis zum Eilean Donan Castle war die Fahrt auf den verschiedenen Strassen landschaftlich super schön, aber ereignislos. Am Castle angekommen fuhren wir auf den Parkplatz und wollten mal sehen, wie wir an das alte Gemäuer kommen, ohne Eintritt zahlen zu müssen. Sehr schnell war uns dann klar, das wir nicht dichter wie wir eh schon waren herankamen. Also schnell mal nach den Eintrittspreisen geschaut um eventuell Bilder aus dem inneren des Steinbaues sichern zu können. Für 6:50 Pfund konnte eine Karte erworben werden, kurz diskutiert ob man da mal rein schaut und wir stellten fest, dass die beiden „alten“ Säcke eher Kulturbanausen waren. Nur Daniel und meiner einer wollten das Schloss von innen sehen und die anderen beiden lieber Kaffee trinken und in der Nähe einer Toilette bleiben da der Kaffee ja bekanntermassen sehr treibt.
Daniel und ich besichtigten dann das Schloss und waren überrascht wie eng und klein dort alles ist. Durch die Türen konnten wir teilweise nur quer gehen und die Treppen waren sehr eng, dafür steil. Nachdem wir endlich im Inneren des alten Gemäuers waren, standen überall Schilder die auf das Fotografie- und Filmverbot hinwiesen. Da wir euch lieben Daheimgebliebenen aber diese schönen Bilder (zumindest teilweise) nicht vorenthalten wollen, haben wir heimlich Fotos gemacht. Leider wurde nach meinem zweiten Foto eine Stimme hinter mir laut die „Sir!“ sagte. Da ich mich nicht angesprochen fühlte wurde das Sir deutlich schärfer und beim dritten mal war es laut, deutlich und nicht zu überhören. Ich drehte mich um und bekam die Ansage das ich das bitte sofort sein lassen soll. Eine kurze Entschuldigung gestammelt und es war gut, einige Bilder haben wir trotzdem machen können und so habt ihr auch was zu sehen.
Nach diesem kurzen Zwischenstop (und sicherlich 10 Toilettenbesuchen der beiden älteren Herren später) fuhren wir weiter und beschlossen dem Western Ross Coastel Trail zu folgen. Dieser führte uns auf eine Singletrackroad die wir so sicherlich noch nicht erlebt hatten. Über 50 bis 60 km führte uns diese Strasse über einen Pass, an der Küste entlang und wieder in die Nähe des Castles. Auf dem Festland würde es so eine Strasse nicht geben, teilweise so schmal, dass nicht einmal 2 Motorräder aneinander vorbei kamen, von einem Abgrund nur durch eine weisse Linie getrennt. Landschaftlich so ziemlich das Beste was ich je in meinem Leben gesehen habe. Nach jeder Kurve eine neue Landschaft, nach jedem Hügel ein anderes Wetter. Direkt an der Westküste auf der anderen Seite Land so weit das Auge reicht oder es von Bergen (zunächst) begrenzt wird.Der absolute Wahnsinn und wir waren alle mehr oder weniger sprachlos. Wenn es für mich nicht eh schon klar war bin ich mir auf dieser Fahrt absolut sicher geworden, ich liebe dieses Land und werde wiederkommen.
Nachdem wir dann wieder auf einer Strasse waren die mit A bezeichnet wird (was immer das auch bedeutet, Autobahn kann es eigentlich nicht sein, da diese Strasse bei uns eigentlich bessere Feldwege wären) haben wir den Rückweg angetreten und waren gegen 19:00 Uhr wieder hier am Cottages. Nun, nachdem wir alle einen Whisky eingeschenkt haben, warten wir auf das Essen und ich nutze die Zeit um euch an diesem wunderbaren Tag teilhaben zu lassen. Erwähnt soll noch sein, wir haben an diesem Tag weit über 200 Fotos gemacht und jedes wäre es Wert gepostet zu werden, wir haben uns für diese kleine Auswahl entschieden, da wir sonst den Speicherplatz überfordern würden.
Nun kommt Brandy noch zu Wort und stellt uns nun mal vor, was auch mal langsam Zeit wird.
Ich verabschiede mich schon mal bis morgen
Euer
H.


Sooooo, nachdem unser Postmaster Heiko (immer diese neumodischen Begriffe, früher hätten wir Schreiberling gesagt) euch unseren Tagesbericht abgeliefert hat, will ich euch mal ein paar Daten zu uns und unseren Mopeds geben. Da wir schon ein paar Tage unterwegs sind, ist es wohl so langsam an der Zeit. Also uns das sind Felix (62 J.) und Daniel (44 J.) aus Solothurn in der Schweiz, Heiko (47 J.) aus Mölme bei Hildesheim und ich, der Brandy (53 J.) aus Ahlten bei Hannover, beide aus dem exorbitant schönen Bundesland Niedersachsen. Felix ist mit seiner Yamaha FJR 1300 unterwegs, Daniel treibt seinen Eisenhaufen aus Milwaukee durch die Landschaft. Leider setzt der Auspuff manchmal etwas früh auf, dafür ist der Sound verdammt gut. Der lässt mein Herz jedesmal höher schlagen, weil ich zu Hause auch noch eine 20 Jahre alte „wohlklingende“ Super Gilde habe. Für diese Tour habe ich mich aber wegen dem besseren Wetterschutz für meine inzwischen „Diesel erprobte“ Honda Varadero entschieden. Meine alte Dame hat sich während meiner Abwesenheit in treue Schrauberhände begeben, um sich (mal wieder!) einem kleinen Umbau zu unterziehen, den ich nicht selber vornehmen kann. Heiko ist ebenfalls mit einer Varadero unterwegs. Im Fotoalbum könnt ihr uns zusammen mit unseren Mopeds sehen.
Da zu meiner Rechten der Kamin knistert, links neben dem PC ein Guinnes und rechts ein Single Malt Whisky steht, werde ich das Ganze jetzt zu einer Einheit verschmelzen und mal Schluss machen.

Der Brandy

Tag 4 (20.5)

Hallo ihr da auf dem Festland,
heute war der vierte Tag unserer Reise und nachdem wir gestern die Motorräder stehen lassen haben, war es endlich wieder Zeit einige Meilen Strasse unter die Reifen zu bekommen.
Zunächst jedoch möchte ich meinem Sohn Dominik zu seinem heutigen Geburtstag gratulieren:
Hallo Dominik, ich wünsche dir alles Gute zu deinem 21 Geburtstag. Mach dir einen schönen Tag und treib es nicht zu bunt mit deinen Freunden wenn ihr dann etwas feiert.
Wir sind heute morgen dann doch mal früher aus den Federn gewesen wie gestern und wurden von einem Nebeltrüben Tag begrüsst. Davon liessen wir uns jedoch nicht weiter abschrecken und begannen damit, die Motorräder für den Tag fertig zu machen, bevor wir dann ein gutes Frühstück zu uns nahmen.
Nachdem alle gesättigt waren machten wir uns gegen 10:30 Uhr auf den Weg. Ziel des Tages war zunächst eine Umrundung des Loch Ness mit einem Aufenthalt in Inverness (das befindet sich genau auf der gegenüberliegenden Seite am Loch von Fort Augustus) um dort einzukaufen. Unser Weg führte uns zunächst nach Süden, um den Loch entgegen dem Uhrzeigersinn zu umrunden. Nach wenigen Kilometern waren wir dann auf der Ostseite des Lochs und befuhren eine Singletrackroad, die einzigartig schön zu befahren war. Singletrackroads heissen Singletrackroads weil sie in der Regel so schmal sind, dass keine 2 Autos aneinander vorbei passen. Wenn sich zwei Fahrzeuge begegnen muss eines an einem sogenanten Passing Place anhalten, bis das andere Fahrzeug vorbei war. Teilweise war diese Strasse so schmal, dass noch nicht mal die Motorräder an einem Auto vorbei fahren konnten, sondern auch an einem Passing Place warten mussten. Die Passing Places waren teilweise nur als solche zu erkennen, weil ein Schild da stand, aber alles in allem war es eine wundervolle Fahrt. Woran man sich als Festlandeuropäer gewöhnen muss sind die vielen Schafe, die einfach so auch am Strassenrand weiden und man nie genau weiss, was das liebe Tierchen grad so vorhat und ob es lieb wartet bis man vorbei ist bevor es selber auf die Strasse springt.
Alles in allem waren wir gute 90 Minuten unterwegs bis wir in Inverness eintrafen. Schnell war ein Parkplatz vor einer Reihe von grösseren Geschäften gefunden und der Parkplatzmanager (wir würden Parplatzwächter zu ihm sagen) machte uns mit ernstem Gesicht darauf aufmerksam das es ein PKW Parkplatz sei und wir die Motorräder ganz an der Seite, in einer winzigen Ecke, die nicht als Parkfläche ausgewiesen war, abstellen sollen. Das taten wir dann gerne und erkundeten daraufhin ein wenig die Stadt.
Wir fanden eine Art Galerie in der es einige Geschäfte und auch ein kleines Café gab, in welchem wir eine Tasse Kaffee trinken wollten. Da wir ein klein wenig Hunger verspürten schauten wir was es denn an kleineren Kuchen oder ähnlichem gab. Die Wahl fiel auf Scones (das sind Quarkbrötchen entweder mit Käse, Früchten oder Zimt gefüllt und überzogen) und wir waren von diesen Dingern begeistert. Nachdem nun unser Hunger gestillt war begaben wir uns zurück zu den Motorrädern und wollten endlich den Einkauf durchführen. Wir standen vor einem Geschäft mit dem Namen „Iceland“ und wunderten uns zwar kurz über diesen doch eher merkwürdigen Namen für einen Supermarkt, aber dachten halt auch: Andere Länder, andere Sitten.
Wir also voller Vorfreude und tatkräftig rein in den Laden und auf der Suche nach Nudeln, Küchentüchern, Wurst, K.äse usw. Was uns mächtig komisch vorkam war die Tatsache, dass man dort alles und wirklich alles was man sich vorstellen kann in irgendwelchen Tiefkühltruhen finden konnte, jedoch fast nichts an „normalen“ Lebensmitteln. Da wir wussten das es ja noch einen zweiten Supermarkt direkt nebenan gab, bezahlten wir die Dinge die wir gefunden hatten und gingen in den Markt nebenan. Plötzlich fiel es uns dann doch ein, warum der Laden Iceland hiess. Das war in der Tat ein Supermarkt indem es nur Tiefkühlwaren gab, die anderen wenigen Sachen die wir dort fanden waren eher Beiwerk und nicht wirklich zu gebrauchen. Das passiert wenn 2 Deutsche und 2 Schweizer in ein fremdes Land kommen und nicht mal den Verstand einschalten.

Nachdem dann der zweite Laden eine Goldgrube war und wir alles gefunden haben was wir brauchten, verstauten wir die Sachen auf den Motorrädern und machten uns über die Westseite des Lochs auf den Rückweg. Auf ca halber Strecke des Rückweges befindet sich das Nessimuseum und ein riesiger Laden mit Andenken. Wir konnten der übermächtigen Versuchung widerstehen und haben dort nicht gehalten. Anders war es dann wenige Meilen weiter bei der Ruine des Urquhart Castle. Hier machten wir einen Zwischenstop um diese eventuell zu besichtigen. Die geringe Summe von 8 Pfund pro Person (das entspricht in etwa 10 Euro) hat uns dann doch vom Betreten der alten Steine abgehalten und wir haben die Bilder vom Parkplatz aus gemacht. Nachdem die Bilder gemacht waren machten wir uns auf den Heimweg um die Sachen endlich in den Kühlschrank zu bekommen. Kaum am Cottage angekommen stand Les (unser Vermieter) wieder bei uns und fragte ob wir nicht mal gerne einen Schluck Whisky mit ihm trinken wollten. Wir vertrösteten ihn auf später, da wir noch mal durchstarten wollten um uns Fort Williams anzuschauen. Gesagt getan wurden die Sachen in den Kühlschrank gepackt und es ging sofort weiter. Wir fuhren in Richtung Fort Williams und haben auf halber Strecke an einem Denkmal an die Gefallen des zweiten Weltkrieges gehalten. Das ist hier in Schottland weit bekannt und von dort aus hat man einen guten Blick auf die Berge um Ben Nevis (den höchsten Berg in Schottland). Wir stellten fest das auf den Bergkuppen noch reichlich Schnee zu sehen war. Weiter ging die Fahrt nach Fort Williams, wo wir dann auch bald ankamen, uns einen Parkplatz suchten und eine gute Stunde durch den Ort wanderten und einfach mal durch einige Geschäfte schlenderten. Zu guter letzt konnten wir uns die Kirche anschauen, die von innen sehr schön war. Nachdem wir dann genug gesehen hatten machten wir uns auf den ereignislosen Rückweg und waren gegen 18:30 Uhr wieder hier am Cottage an. Kaum waren wir abgesessen stand Les mit dem Whisky vor uns und wir machten zum Abschluss unserer Tagestour ein kleines Meeting mit einem Guinness und einem Whisky.
Nachdem dieses dann auch langsam zu Ende war, machten wir uns an kochen. Es gab Spaghetti mit einer Pasta aus Paprika. Diese liessen wir uns schmecken und nun sitzen wir hier am Kamin, das Holz knistert, hören ein uraltes Band von Roger Whittaker (das gibt es wie viele viele andere Bänder vom Vermieter gestellt), trinken ein Bier und ich erkläre euch unseren Tag. Nun werde ich mich noch etwas zu den anderen setzen und wir werden unseren morgigen Tag planen. Ich wünsche euch alles Liebe und bis morgen
Euer
H.

Tag 3 (19.5)

Ein herzliches hoi zäme (für die Deutschen unter euch, das heisst hallo zusammen) an alle daheimgebliebenen,

wir haben heute den dritten Tag unserer Reise begonnen indem wir bis 10 Uhr Ortszeit geschlafen haben. Nachdem wir gestern ja doch recht spät in unser Bett gekommen sind, war das mal bitter nötig um nach den Strapazen der letzten 2 Tage wieder etwas klar zu kommen.
Alle haben recht gut geschlafen (wobei Brandy steif und fest behauptet ich hätte ihn mit meinem Schnarchen am Schlafen gehindert) und so habe wir dann alle heute morgen zunächst damit begonnen den Körper zu pflegen und nach 2 Tagen der Enthaltsamkeit endlich mal zu duschen (für alle die jetzt fragen ob wir schon streng gerochen haben ist die Antwort = NEIN).
Nachdem wir dieses erledigt hatten und draussen das Wetter etwas bedeckt war, beschossen wir zunächst den Ort zu Fuss zu erkunden um dann zu sehen was der Tag für uns noch bringt. Abgesehen davon das es mittlerweile 12:15 Uhr war und bei allen ein leichtes Hungergefühl dafür sorgte, zunächst ein Restaurant aufzusuchen. Nach dem Mittagessen erkundeten wir Fort Augustus weiter und stellten fest, dass es sich um einen Ort handelt der zum einen von zig Touristen besucht wird (wenn das mal nicht an seiner Lage direkt am Loch Ness liegt) und zum anderen wirklich schön, mit einer ordentlichen Anzahl an Geschäften, Pups und der Bank of Scotland gesegnet ist.
Nachdem wir dann unsere Exkursion beendet hatten kamen wir an einem Pup vorbei an dem wir nicht so einfach vorbei gehen wollten. Kurzerhand betraten wir den Pup und bestellten uns ein Bier. Zu diesem Zeitpunkt war dann geklärt das unsere Motorräder heute einen Ruhetag bekommen sollten weil wir nicht mehr fahren wollten. Zum Bier schmeckt hier in Schottland bekannterweise ein Whiskey am besten und so kam es, dass wir gegen 14 Uhr das erste Bier und den ersten Whiskey probierten. Zu unserem Erstaunen passte beides gut zusammen und schmeckte schon ausgezeichnet.
Nachdem wir einen Whiskey und 2 Bier genossen hatten, machten wir uns auf den Weg in den Supermarkt um endlich einige wichtige Dinge für den heutigen Tag und auch morgen einzukaufen, die das Überleben sichern sollten (sieht man auf dem Foto sehr gut).
Nachdem wir zu unserem Cottages zurückgekehrt waren, gab es strahlenden Sonnenschein und wir setzen uns in ebendiese mit einer kleinen Dose Bier gegen den übermächtigen Durst, der uns mittlerweile übermannt hat.
Kurz darauf passierte das fast unmögliche, der liebe Brandy stiess seine Bierdose um und ein Strahl von mindestens 3 Litern ergoss sich auf den Boden. Brandy, mittlerweile ganz Schotte in seinem Handeln, sorgte aber dafür, dass nur ein Bruchteil des guten Bieres im Boden versinken konnte.
Mittlerweile bekamen wir Besuch von unserem Vermieter, der auch gerne das von uns angebotene Bier annahm und sich im Gegenzug mit einem ordentlichen Schluck Balvenie (das ist ein Whiskey) revanchierte. Es entstand eine lockere Gesprächsrunde die für alle Beteiligten kurzweilig und spannend war. Nachdem sich unser Vermieter verabschiedete wollten wir dann langsam aber sicher in den Ort gehen um zu Abend zu essen und vor allem um am Loch Ness nach Nessi ausschau zu halten. Die Zeit in der sich 3 der 4 Reisenden mit der nötigen Kleidung versahen nutzte einer der Mitfahrer um seine aus dem Land der Indianer stammende Kiste zu waschen.
Die Tatsache, dass es hier eh recht oft regnet und das Waschen somit eigentlich völlig sinnlos ist, wurde diskret überhört und mit Inbrunst der Reinigung nachgegangen. Hoffen wir mal das die Kiste aus dem Amiland so viel Wasser im stehen ohne Schäden übersteht.
Nachdem dann endlich alle so weit waren sind wir zum Loch gegangen und haben dort ein Restaurant aufgesucht in dem wir fantastisch gegessen haben. Das ganze wäre recht Ereignislos gewesen wenn nicht Felix im Vorfeld gelungen wäre ein Bild von Nessi zu schiessen. Das liebe Tierchen hat uns daraufhin fürchterlich angefaucht und ist leider nicht mit einer Unzensierten Veröffentlichung des Fotos einverstanden. Da wir dieses nachvollziehen können, klären wir grade was wir machen können um dieses einzigartige Foto euch zugänglich zu machen. Bis dahin bitten wir noch um etwas Geduld, ich bin mir aber sicher das wir das Problem lösen können.
Nun sitzen wir nach diesem wunderbaren Erlebnis und dem ausgezeichneten Essen wieder im Cottages und werden bald schlafen gehen, damit wir morgen früh fit sind um unsere erste Ausfahrt in Schottland in Angriff zu nehmen.
Wir verabschieden uns für heute und berichten morgen weiter…
Eure
Schottlandcrew



So, nachdem ich gestern wohl die meisten Story-Punkte gesammelt habe, melde ich mich auch mal kurz zu Wort. Das ich mir auf Grund meiner „Fehlbetankung“ nun garantiert die nächsten 14 Tage dumme Sprüche anhören muss (natürlich auch mit Recht), ist natürlich ein harter Brocken für mich. Aber ich werde ihn wohl oder übel schlucken. Am meisten habe ich mich ja über mich selbst geärgert. Kann wohl jeder nachvollziehen. Aber nach 34 Jahren und etlichen 100 tsd. Kilometern auf 2 Rädern kann einem schon mal ein Fauxpas passieren. Und dies war eben meiner :-( Der Urlaub hat ja gerade angefangen, da können die anderen ja noch nachziehen. Ausserdem sind die Jungs auf diese Weise wenigsten in den Genuss von „Scotland by night“ gekommen. Und, haben sie es mir gedankt? Nein, natürlich nicht!!! Nur weil die Wetterbedingungen in der Nacht knapp unter dem Idealwert lagen. Tse tse tse.

Meine Varadero hat die Fehlbetankung anscheinend klaglos überstanden. Nachdem der Tank leergepumpt und frisches Benzin in den Tank gefüllt war, begann eine anlasserquälende Prozedur von Startversuchen. Nach gut einer Stunde, einer völlig verqualmten Werkstatt, belegten Lungenflügeln und tränenden Augen hat sie wieder ihren Dienst aufgenommen. Ich brauchte nicht mal die Zündkerzen wechseln. Vor Ort hätte ich sowieso keine neuen bekommen, sie hat es wohl geahnt. Danach lief sie wieder problemlos.

Der Brandy

Tag 2 Teil 2 (18.5)

und hier die Fortsetzung und das Ende unseres zweiten Tages in und um Schottland.

Nach 3:30 Stunden kam endlich der nette Mensch des Pannenservices und erkundigte sich nach dem Problem welches Brandy’s Motorrad in die Knie gezwungen haben könnte. Da wir darüber natürlich auch nachgedacht hatten und alle möglichen (und teilweise auch fast unmöglichen) Test durchgeführt haben hatten wir eine Vermutung, die ich aber im Teil 1 noch nicht erwähnen wollte.
Zur Erinnerung : Wir waren tanken, das Motorrad lief im Anschlug’ bescheiden und es qualmten weisse Rauchwolken aus dem Auspuff, bis es dann endlich an besagter Position seinen Dienst ganz aufgab. Nun können die Hobbymechaniker unter euch selber einige Vermutungen anstellen.
Wenn nun jemand auf die Diagnose kommt, dass Brandy ein wenig unter Alterssenilität leidet, hat zumindest teilweise recht, was war wohl in dem Tank? Richtig, allerfeinster schottischer Diesel. Das sein Motorrad damit überhaupt die 25 km geschafft hatte grenzte nahezu an ein Wunder, aber nun war es halt am Ende und wollte nicht mehr.
Also was blieb übrig, das gute Stück wurde auf den Abschleppwagen genommen und zur Werkstatt gebracht, Felix, Daniel und ich im Konvoi hinterher. Dort angekommen wurde der das Diesel/Benzingemisch abgesaugt (was nur gut 15 Minuten dauerte) und der Tank mit Ca 3 Litern gutem 95 Oktan Benzin gefüllt. Die folgende Stunde voller (gedachter) Flüche, unzähligen Startversuchen, einer aufgebrauchten Motorradbatterie, einer riesigen Halle die komplett mit weissem Nebel gefüllt war und 4 Reisenden die ihre Zuversicht dieses Motorrad wieder zum laufen zu bekommen einfach nicht aufgeben wollten erspare ich im Detail. Lange Rede, kurzer Sinn, irgendwann lief die Karre wieder und wir konnten dann endlich die letzten 200 km unter die Reifen nehmen. Mittlerweile war es 22:00 Uhr Ortszeit (also 23 Uhr nach richtiger Zeit) und es wurde rasend schnell dunkel. Was folgte war eine Fahrt auf einer Strecke die sicherlich 1000 Kurven hatte und wunderschön sein musste, leider war es dunkel wie in einem Bärenpopo und wir konnten nichts, aber auch wirklich gar nichts in der Umgebung erkennen. 50 km vor Fort Augustus machten wir eine allerletzte 5 Minutenpause und haben gleich was fürs Leben gelernt. Da wir uns dachten das wir uns nach dem Ankommen ein Bier verdient haben und wir direkt vor einem Pup standen sind wir schnell rein und wollten ein paar Bier kaufen. Zur Antwort bekamen wir folgendes: „Sorry, in Schottland wird zwischen 22 Uhr und 10 Uhr kein Alkohol zum mitnehmen verkauft“. Wir sahen uns an, kauften 4 Dosen Limonade und fuhren dann Endlich weiter und kamen um 1 Uhr Ortszeit (also 2 Uhr richtiger Zeit) endlich an.
Das Cottages war unverschlossen und wir konnten eintreten und es uns gemütlich machen. Nachdem schnell die Zimmer verteilt waren, nahmen wir noch ein kleines Abendmahl zu uns. Es waren die Reste des Vortages weil wir einfach nicht mehr zum einkaufen gekommen sind. Danach legten wir uns endlich ins Bett und konnten schlafen.
Erwähnt soll speziell für unsere Auto- und Motorradfahrer in der Schweiz und Deutschland sein und das ist fast nicht zu glauben:
Wir fragten den Menschen der Brandy’s Motorrad abgeschleppt hat nach erfolgreichem Beleben des Motorrades wann denn (ausser der Tankstelle vor Ort) die nächste Tankstelle in Richtung Fort Augustus (zur Erinnerung es sind von dort aus noch 200 km gewesen) sei. Hintergrund war die leere Batterie von Brandy und wir konnten nicht riskieren das Motorrad auszustellen bis die Batterie durch eine Fahrt wenigstens wieder teilweise geladen war um so viel Power zu haben das der Motor gestartet werden konnte.Die Antwort war völlig ernüchternd :ES GIBT AUF DIESEN 200 KM KEINE TANKSTELLE!!! Und dem war dann auch so, unglaublich oder?
Hier soll nun unser zweiter Tag enden und ich berichte morgen wieder aufs neue.

Euer
H.

Tag 2 (18.5)

Hallo ihr da in der Schweiz und in Deutschland,

mittlerweile hat der zweite Tag begonnen und der alte hat noch ein kleines Ärgernis für uns bereit gehalten indem wir zum einen leider feststellen mussten das unsere Page nicht mehr von uns bearbeitet werden konnte um die Erlebnisse vom ersten Tag posten zu können und zu guter Letzt haben Nachts dann eine kleine Horde Menschen mit englischer Aussprache auf dem Flur vor unserer Nobelkabine einen Dauerkrach verursacht und uns dadurch um die ein oder andere Stunde Schlaf gebracht.
Nun geht aber aber zum einen die Page wieder und zum anderen haben uns die Ereignisse des laufenden Tages völlig eingenommen so das wieder viel mitgeteilt werden muss.
Fangen wir mal mit der Lokation an, an der ich diese Zeilen schreiben darf. Ich sitze grade auf einer Leitplanke an der M90 und bin froh das das Display von Daniels Laptop beleuchtet ist da ich sonst nicht sehen könnte was ich schreibe.
Sicherlich fragt sich jetzt der ein oder andere warum ich denn nun keinen besseren Platz gefunden habe, aber das liegt daran, das der arme Brandy eine Panne hat und wir hier seit geraumer Zeit auf den ADAC warten. Das Ergebnis der Fehleranalyse durch den hoffentlich bald kommenden Spezialisten teile ich euch später mit.
Nun fangen wir mal mit dem Tag an, wie er für uns begonnen hat.
Wir sind dann heute morgen gegen 7:45 Uhr aufgestanden, haben uns vorbereitet und konnten dann gegen 10 Uhr endlich zu unseren Motorrädern und die Sachen, die wir über Nacht gebraucht haben wieder verstauen und unsere Motorräder wieder entfesseln (sie waren ja über Nacht durch Gurte gesichert das sie nicht hin und her rutschen oder gar umfallen konnten),
Nachdem alles so weit war und sich endlich das Deck des Schiffes öffnete sahen wir in einen wunderbaren, typisch englischen Himmel, es regnete wie Sau. Wir konnten dann endlich das Schiff verlassen und mussten im strömenden Regen zur Zollkontrolle. Nachdem diese dann endlich erledigt war, durften wir das Land der Kreuzritter endlich befahren. Die ersten Kilometer waren eigentlich völlig Ereignislos bis auf den nach wie vor anhaltenden Regen. Gegen 11 Uhr (Ortszeit = 12 Uhr MESZ) bekamen wir Hunger und hielten an einem Pup, dieses hatte eigentlich noch geschlossen, aber anscheinend hatte der Wirt ein grosses Herz für kleine, nasse Motorradfahrer und er öffnete seine Tür nur für uns. Nachdem wir ihn dann noch überreden konnten ein Breakfast zu bekommen, war der Tag (vorerst) gerettet. Das Essen war Klasse und wir machten uns dann gegen 11:45 Uhr wieder auf den Weg.
Man muss an dieser Stelle jetzt feststellen, dass es mindestens 3 Dinge gibt, die auf Grossbritanien zutreffen
1. Es regnet recht oft (was wir nach wie vor bestätigen können)
2. Es gibt wahnsinnig viele Schafe auf dieser Insel (wir diskutieren grad ob es mehr wie 10 000 000 waren die wir bisher gesehen haben oder nur 9 000 000)
3. Die Strassen grade abseits der Autobahnen sind ein Traum und
4. Es gibt fast noch mehr Blitzer wie Schafe.
Nichts desto trotz fuhren wir (wie immer im strömendem Regen) weiter und konnten alle Blitzer rechtzeitig erkennen.
Als nächstes Highlight war zu bemerken, dass wir um 12:45 Uhr MESZ die Grenze nach Schottland überfuhren (nein, sie lag danach nicht auf der Strasse) was aber leider nur 2 der Teilnehmer mitbekommen haben. Welche beiden das leider verpasst haben, will ich hier gar nicht erläutern damit die beiden nicht so sehr blossgestellt werden. Daniel hat mir und ich ihm beim überqueren jedenfalls in freudiger Erregung durch eine kleine Geste gratuliert.Kurz bevor wir dann die letzten 200 km vor uns hatten, mussten wir noch mal tanken, direkt danach geschah dann das Missgeschick das der arme Brandy nicht mehr weiter kam. Seit diesem Zeitpunkt stehen wir hier an dem oben genannten Ort und warten auf die Dinge die da hoffentlich bald kommen. Ich hatte das Glück die Zeit Sinnvoll nutzen zu können und werde jetzt jedoch erst mal aufhören mit schreiben. Sobald wir zum einen Wissen was mit Brandys Motorrad nun geschehen ist und zum anderen wenn wir dann irgendwann im Laufe des Abends (ich hoffe das es der heutige Abend wird und nicht einer in 3 Tagen) unser Cottages erreicht haben werden ich meinen Post um einen zweiten Teil erweitern. Bis dahin sollten dann auch alle die neue Adresse des Servers per sms bekommen haben, so dass ihr auch weiter unsere Erlebnisse verfolgen könnt.
Liebe Grüsse und bis später

H.

Tag 1 (17.5.)

Hallo ihr Daheimgebliebenen,

nun ist es also soweit und mir kommt die Ehre zu, den ersten (und ich befürchte alle folgenden Tage) kurz zu schildern.
Wir haben uns heute morgen, voller Vorfreude auf das was da auf uns zukommt, um 06:00 Uhr zum Frühstück getroffen. Das Frühstück war ausgiebig und lies keinerlei Wünsche offen, angefangen von Obstsalat über Müsli bis hin zur Käse- und Wurstplatte war alles vertreten. Selbst das 3:14 Minnten Ei für Felix war aufgetischt.
Frisch gestärkt achten wir uns dann gegen 07:25 Uhr (fürs Protokoll mit 25 Minuten Verspätung) auf den Weg.
Die Fahrt war insoweit Ereignislos so das ich da nicht weiter drauf eingehen will. Niemand hatte Ausfälle am Motorrad oder an der eigenen Motorik. Es war durchwachsen warm (auf Deutsch kann man auch Arschkalt sagen) aber es war in Ordnung und wir sind pünktlich an der Fähre angekommen, somit haben wir die erste Etappe unserer Tour erfolgreich absolviert.
An der Fähre wurden wir relativ schnell abgefertigt und hatten das grosse Glück, ziemlich weit vorne in einer recht langen Schlange von Motorrädern auf das Einschiffen warten zu dürfen. Der immer schlimmer werdende Regen tat unserer Vorfreude keinen Abbruch und nach gefühlten 2 Stunden konnten wir gegen 15:30 Uhr endlich aufs Schiff. Nachdem der Einweiser uns einen akzeptableren Platz zugewiesen hatte (wenn man ehrlich ist durften wir uns das auch nicht aussuchen) parkten wir unsere Motorräder und wurden mit dem festzurren für die Überfahrt allein gelassen. Nachdem wir die Gurte in den Händen hin und her drehten, begrapschten, besprachen und uns einen Plan zurecht legten war es so weit. Wir konnten unserer Motorräder so weit sichern, dass sie die Überfahrt heile überstehen würden.
Dabei wurden die Gurte kreuz und quer gespannt und man musste seine „Haxen“ schon mal etwas anheben um sicher von a nach b zu gelangen. Es kann natürlich so wie es kommen musste, einer unser beiden Schweizer (der der nicht mit D im Namen beginnt) schlug lang auf das Deck, der Helm flog durch die Luft und landete unsanft auf dem harten, kalten Boden.
Alles halb so schlimm, der Schweizer und der Helm wurden aufgehoben und wir konnten endlich unsere Kabine beziehen. Diese war super kompfortabel eingerichtet und hat die Kategorie 3 Sterne voll verdient (schaust du Bild.
So, nun muss aber mal ein wenig Bier getrunken werden und ich verabschiede mich und uns bis morgen……..